Im Gegensatz zu Fussball ist Bergsteigen eine defensive Sportart. Wer beim Fussball gewinnen will muss ein Goal erzielen.
Wer beim Bergsteigen gesund nach Hause zurückkehren will sollte wenn immer möglich kein Goal erhalten.
(Zitat © by Stefan Wullschleger)









Montag, 5. Juni 2017

SASIONSCHLUSS SKITOUREN - WANDERUNG IM BERGFRÜHLING
 
Nicht ganz unerwartet meldete sich gegen Ende der Skitourensaison noch ein paar mal der Winter zurück. So gab es noch ein paar schöne Pulverschneeabfahrten die mehr an Hochwinter als an Frühlingstouren erinnerten. Am Wochenende vom 1. Mai waren wir am Julierpass unterwegs, der Piz Lagrev bot uns neben prächtiger Aussicht auch schöne Pulverschneeverhältnisse. Was für ein Vergnügen!
 
Blick zum Lej dal Segl, darüber die Bergeller Berge
von der Monte Disgrazia bis zum Pizzo Badile
 
Pulverschneeabfahrt im Banne des formschönen Piz Polaschin
 
 
Eine Woche später war ich mit der Sektion Angenschein des SAC als Tourenleiter unterwegs. Der Komfort der neue Monte Rosa Hütte begeisterte uns fast so wie die tollen Skitouren. Vom Klein Matterhorn zum Breithorn, weiter via Schwarztor, Schwärzegletscher zur Monte Rosa Hütte. Steil und heiss war der Schlussanstieg - das Bier danach wohlverdient. Am nächsten Morgen zogen wir fast alleine unsere Spuren zur Cima di Jazzi. Die schöne Abfahrt im Pulverschnee über den Findelengletscher war der Lohn für den langen Anstieg.
 
Am Gipfel des Breithorn
 
Abfahrt über den Schwärzegletscher
 
Monte Rosa Hütte, von aussen...
 
...und von Innen
 
Morgenstimmung im Aufstieg zur Cima di Jazzi
 
Pulverschneeabfahrt über den Findelengletscher
 
 
 
Für die letzte Skitour wählten wir dann bewusst wieder ein ruhiger Ecke. Schön und gemütlich war es im Berggasthaus Göscheneralp bei Seraina und Dan! Das Yak-Steak zum Nachtessen sehr fein und die Skitour aufs Müeterlishorn verwöhnt uns mit prächtigen Sulzverhältnissen. Schon fast traditionsgemäss gab es dann noch ein Bad im Sempachersee.
 
Berggasthaus Göscheneralp
 
Yak-Steak im Teller
 
Auf dem Gipfel des Müeterlishorn
 
Sulzabfahrt - Saisonschluss
 
Anfang der Badesaison im Sempachersee
 
 
Am Pfingstsamstag zog es uns zu einer Wanderung vom Justistal auf Sigriswiler Rothorn und über den Sigriswiler Grat zurück ins Justistal. Eine aussichtsreiche Wanderung mit prächtiger Flora. Der Sommer darf kommen wir freuen uns aufs Wander, Klettern und Hochtouren, nicht zu Letzt auch auf ein paar erfrischende Bäder.
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 

Sonntag, 21. Mai 2017

VERNISSAGE HOCHTOUREN-TOPOFÜHRER
URNER, GLARNER UND TESSINER ALPEN
 
Irgendwann im Jahre 2006 fragte mich Dani Silbernagel ob ich Lust hätte an einem Hochtouren-Topoführer für die Walliser Alpen mit zu arbeiten. Im Mai 2010 erschien dann unser erster Führer der Walliser Alpen. Von diesem sowie vom Berner Alpen ist bereits die 3 Auflage erschienen, vom Bündner Alpen Führer erscheint demnächst die 2. Auflage.

Am 7. Juni ist es soweit, dann erscheint der letzte Führer dieser Reihe f
ür die Schweiz, der Führer für Urner, Glarner und Tessiner Alpen. Ein Führer ohne bekannte 4000er Anstiege dafür mit vielen unbekannten Perlen. Wer Lust hat kommt an die Vernissage.

Was folgt danach?...natürlich werden wir weiter in den Schweizer Alpen unterwegs sein, um unsere Führer auf dem guten Standard halten zu können und die eine oder andere neue Tour einfliessen zu lassen.
Daneben gibt es noch zahlreiche andere Projekte - langweilig wird es vorerst nicht.


ein Teil der "Produktions-Küche"

Das sehr schöne Ergebnis



Pressetext
 
 

Samstag, 6. Mai 2017

DAS TRAGISCHE UNGLÜCK VON UELI STECK – EIN PAAR GEDANKEN EINES DURSCHNITT-ALPINISTEN

Nun auch ich!...
Es wurde viel geschrieben über das tragische Unglück von Ueli Steck. Schönes, unschönes und zynisches! Grund meine Gedanken in die „Öffentlichkeit“ zu tragen ist der Artikel im Tagesanzeiger von Jean-Martin Büttner
http://www.tagesanzeiger.ch/…/keine-trauer-n…/story/31775034
Wenn ich oben das Wort zynisch erwähnt habe dann meine ich diesen Artikel.
Ich hoffe Herr Büttner muss nie eine solche Schlagzeile beim Verlust eines engsten Angehörigen lesen! Spätestens dann sollte er bemerken wie fehl am Platz dieser Titel ist. Als Journalist würde ich persönlich nur über Sachverhalte schreiben von denen ich auch ein entsprechendes Fachwissen habe – das geht Herr Büttner nun mal in diesem Fall definitiv ab. Als kleines und harmloses Beispiel. „die noch gefährlichere Route zu nehmen“ – Herr Büttner kennt den Unterschied zwischen gefährlich und schwierig nicht!

Nun zu meinen wirklich persönlichen Gedanken.
Ich erlebte Ueli Steck in einigen Vorträgen als humorvollen, bescheidenen Referenten der sehr gut, seine zum Teil jahrelange, minutiöse Vorbereitung auf seine Ziele beschreiben konnte.
Wenn ich seine Bücher las musst ich mir oft den Blick in den Spiegel gefallen lassen – bereite ich mich proportional auch so gut auf meine Bergtouren vor?...tun das andere Alpinisten denen ich unterwegs begegne auch?...hart gesagt wohl kaum!
Wenn sich alle Alpinisten wie Ueli Steck auf Ihre Touren vorbereiten würden, dann würde es bedeuten weniger Unfälle geben.


Nun ja Speed-Begehungen und Alleingänge sind möglicherweise nicht das beste Vorbild. Eine Eigernordwand schnell, sicher und seilfrei zu klettern hilft in grosser Höhe, ähnliche Tempi zu gehen. In einer Zone wo Schnelligkeit sehr viel mit Sicherheit zu tun hat!...und Sicherung fast nur noch in durch die persönlichen Sicherheit ersetzt werden kann. Jeder mündige Alpinist muss diese Feinheiten auseinanderhalten können – Ueli Steck hat diesen Weg kompetent und konsequent eingeschlagen.

Ein zweiter Blick in den Spiegel – wie oft bin ich schon in äusserst fragwürdigem, brüchigem Gelände angeseilt am kurzen Seil unterwegs gewesen. Genauso auf Eistouren bei guten Verhältnissen oder an einem kurzen Gipfelgrat auf einer Skitour, auch seilfrei!...es muss nicht der Nuptse sein wo ein Fehltritt verheerende Konsequenzen hat!
Wenn ein sogenannter Spitzenmanager, an einem „stressbedingten“ Herzinfarkt oder Magengeschwür stirbt, oder gar einen Siuzid wählt wird das von der Gesellschaft mehr oder weniger akzeptiert. Ueli Steck hat einen ganz wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlich Akzeptanz des Alpinismus geleistet – offensichtlich können hier nicht alle mit dem Begriff Restrisiko umgehen. Glück und Pech liegt im Leben oft ganz nahe zusammen. Ich durfte das, zum Glück!!!, ganz persönlich erleben – habe auf einer ganz normalen Skitour bei einem dummen Sturz einen Genickbruch überlebt!...

Ueli Steck hat mich in Bezug auf Training, mentale Tourenvorbereitung und Risikomanagement inspiriert. Ein bemerkenswert sympathischer und zugänglicher Spitzenalpinist ist von uns gegangen. Meine Gedanken sind auch bei seiner Frau, seiner Familie und seinen Freunden. R.I.P. Ueli Steck

Donnerstag, 27. April 2017

VAL VARAITA - GERSTEL - LUKMANIERPASS
 
 
Im zweiten Teil der Skitourensaison war ich unter anderem mit einer tollen Gruppe für eine Woche im Val Varaita unterwegs - ein echt toller Geheimtipp!...
 
Ob solche öffentlich ins Netz gehören war lange Zeit meine Gewissensfrage - ich habe mich aufgrund der herzlichen Gastfreundschaft die wir erfahren durften dazu entschlossen hier zu schreiben. Oft ist für die Einwohner des kaum erschlossenen Tals der wenige Tourismus, speziell im Sommer, eine wichtige Einnahmequelle und hält auch junge Leute im Tal.
 
Das Tourenangebot ist riesig und reicht von Touren von 700 - 1800 Höhenmeter.
Zuerst waren wir fast zu hinterst im kleine Seitental Valle di Bellino. Im Agritourismo Lou Saret genossen wir die Gastfreundschaft bei Ottavio, jeden Abend mit Hausgemachten Pasta etc. Daneben konnten wir tolle Skitouren unternehmen, am Samstag und Sonntag hatten wir jeweils noch zahlreiche Begleiter - danach waren wir weitgehend alleine unterwegs und das lag weder am Wetter noch an den Verhältnissen!
Mit dem Gebietswechsel nach Chianale am Fuss des Colle dell Agnello wechselte leider auch bald das Wetter. Noch eine herrliche Sulztour auf die Rocca Bianca war uns gegönnt, danach mussten wir wiederum von der guten Küche der Locanda Peiro Groso leben.
Ja man könnte sich an die gute Küche von Paola und Andrea gewöhnen - auch hier gehörten neben alle den anderen lokalen Köstlichkeiten selbstgemachte Pasta zu Tagesprogramm.
 
Am Gipfel der Rocca la Marchisa

Après-Ski beim Rifugio Meleze

beim Apèro-Plättli...

Abfahrt vom Bassa di Terrarossa

Aufstieg zum Pic delle Sagneres

Kurz vor dem Gipfel des Pic delle Sagneres

Gipfel des Pic delle Sagneres mit dem
 dominanten Monviso im Hintergrund

"in den middle of nowhere"
auf der Rocca Bianca 

Sulzabfahrt - ein Hochgenuss

Dessertkreation alla Peiro Groso
 
 
Wieder Zuhause brauchte es ein paar Tage damit sich auch die Seele vom Val Varaita zurückgefunden hatte. Die ungewöhnliche Wärme lockte für erste Klettereien. Nach fast genau dreissig Jahren war ich wieder einmal am Gerstelgrat. Einfache Kletterei mit alpinem Charakter in der wunderschöner Landschaft im oberen Baselbiet und trotz Sonne und Wärme ganz alleine?!...
 
am Gerstelgrat
 
 
Ostern und schönes Wetter?...tja zwei Dinge die in vielen Jahren nicht zusammenpassen.
Letztes Jahr haben wir den Joker gezogen - dieses Jahr mit dem Lukmanierpass auch!
Unser Quartier war Mutschnengia oberhalb Curaglia im gut geführten und preiswerten Hotel Cuntera. Von dort ist man in rund 20min. mit dem PW am Ausgangspunkt zahlreicher Touren. Unsere Gipfel waren Pizzo dell'Uomo, Pizzo del Sole und Pizzo d'Era.
Tolle erstaunlich einsame Touren (an den Ostertagen...) mit sehr schönen Sulzabfahrten.
 
Am Gipfel des Pizzo dell'Uomo

Blick in die Leventina vom Pizzo del Sole

Am Gipfelgrat des Pizzo d'Era

auf dem Gipfel, rechts im Hintergrund Campo Tencia

Sulzabfahrt

Hallo ich bin auch noch da!
Ostermontag - der Winter meldet sich zurück
 
 
Am Ostermontag und auch jetzt meldet sich der Winter in den Bergen zurück, ganz sicher ein spannendes Saisonfinal mit genug Schnee im Hochgebirge steht bevor!...
Mehr dann dazu demnächst wieder auf diesem Blog. 

 

Freitag, 17. Februar 2017

HOHE TATRA
17. - 28. FEBRUAR 2017
  
Nach doch nicht ganz unerheblichem Organisationsaufwand war nun alles bereit.
Angespannt, aber nicht nervös, war ich am Donnerstag Abend. Ein feiner schottische Whisky von Janis gab mir schliesslich die nötige "Bettschwere"
 
Früh am Freitag ging es los, mit der Easyjet erreichten wir pünktlich von Basel aus Krakau wo wir unsere zwei komfortablen 4x4 Mietwagen übernahmen. Schon bereits kurz nach Mittag waren wir beim Hotel Tatry in Tatranska Lomnica, unsere Unterkunft für die nächsten sechs Nächte.
Schon auf der Anreise mit dem Mietwagen mussten wir feststellen das auch hier in den letzten Tagen leider Tauwetter war uns einiges vom Schnee weg war. Trotz nicht immer ganz perfektem Wetter und eher knapper Schneelage konnte wir einige tolle Skitouren unternehmen. Die tollste Skitour hier war sicher die Besteigung des Svisitovy stit (2383m)
mit dem typischen Charakter einer Tatra-Skitour. Zuerst ein relativ langer flacher Zustieg,
zuerst durch einen Waldgürtel (meist auf breitem Weg) danach durch ein langgezogenes Tal mit einigen Steilhängen und am Schluss ein rassiges steiles Finale. In den meisten Tälern hat es mehr oder weniger komfortable Hütten, diese sind in der Regel das ganze Jahr offen. Aus diesem Grund ist in den relativ flachen Täler der Zustieg zu den Hütten meisten mit dem Ratrak gespurt. So kommt man unbeschadet und rassig in der Abfahrt durch den dichten Waldgürtel.
 

mit viel Gepäck am Flughafen in Krakau
 
Hotel Tatry
 
Start zur ersten Tatra-Skitour
 
Hütte auf Slowakisch zum 1.
Chata pri Zelenom plese
 
"Hütte" (Hotel) auf Slowakisch zum 2.
Sliezsky dom
 
Im Aufstieg zum Vychodna Vysoka
(kurz darauf blieben wir im Nebel stecken!...) 
 
Im langen Tal zum Svisitovy stit  
 
Der Gipfel naht langsam...
 
...ein letzter Steilhang!
 
Hurra, oben!
 
was für eine Abfahrt!
 
 
Danach dislozierten wir auf die polnische Seite der Hohen Tatra in den doch recht touristischen und bekannten Ort Zakopane. Auch hier hatte das Wetter so seine Kapriolen!
Heftiger Wind setzte uns auf den folgenden Skitouren massiv zu. Auch auf der sehr eindrücklichen Überschreitung der Gipfel Maloluznika und Kopa Kondracka. Hier wurde die ganz Gruppe doch konditionell und im Durchhaltewille gegen den massiven Wind gefordert.
Entsprechend stolz waren wir alle danach.



Im Aufstieg zum Giewont,
kurz vor der Schronisko na Hali Kondratowej
 
Im Sturm umbrausten Gipfelhang des Giewont
 
 
Auch in Polen der übliche Waldgürtel...
 
...spannend und einsam
 
eindrückliche Steile Rinne im Aufstieg zum Maloluzniak
 
Auf der Kopa Kondracka im vollen Sturm
 
Fantastischer Blick hinüber zum Maloluzniak
 
 
Nach den Bergen liessen wir uns noch ein einhalb Tag Zeit für die schöne und kulturell sehr interessante Stadt Krakau. So ging dann eine spannende Reise mit vielen herzlichen Begegnungen zu Ende. Nach einigen Jahren Pause für mich endlich wieder so eine Skitourenreise diese weckt in mir wieder meine "Goldgräberstimmung" es sollte nicht die letzte sein - so hoffe ich!
Herzlichen Dank an alle in unserer Gruppe für Flexibilität und Einsatz vor und während der Reise es hat riesig Spass gemacht
 
 
 
 
 
ein Gruppe-Selfie zum Schluss darf nicht fehlen!